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Thementag "Umgang mit psychischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen in der Beratung von QuABB“
Am 12. März drehte sich bei QuABB alles um den Umgang mit psychischen Beeinträchtigungen und Erkrankungen in der Beratung von QuABB. Unter dem Motto „Erkennen, verstehen, unterstützen“ kamen 35 Ausbildungsbegleitungen aus ganz Hessen nach Offenbach zu involas, um am Thementag der Koordinierungsstelle teilzunehmen.
Wie finde ich die richtigen Worte in der Beratung? Wo stößt Ausbildungsbegleitung an ihre Grenzen? Wann und wie kann ich an die Eigenverantwortung der Auszubildenden appellieren? Diese und weitere Fragen brennen vielen unserer QuABB-Beratungsfachkräften unter den Nägeln. Denn psychische Erkrankungen und mentale Belastungen spielen in der Ausbildungsbegleitung häufig eine Rolle. Und die COPSY-Studie zeigt: Zukunftsängste und psychische Belastungen unter jungen Menschen nehmen seit der Corona-Pandemie zu.
Um den Weiterbildungsbedarf der Berater*innen in diesem Themenfeld aufzugreifen, lud die QuABB-Koordinierungsstelle zwei Expertinnen nach Offenbach ein: Dr. Martina Hirner-Mikat brachte ihre langjährige Expertise als Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ein. Von A wie AD(H)S bis Z wie Zwänge skizzierte sie, welche psychischen Störungsbilder es gibt und wie sich diese im Arbeitsalltag zeigen können. Auch gab sie den Teilnehmenden Dos and Don'ts für die Beratungsarbeit an die Hand und unterstrich die Bedeutung von präventivem Handeln etwa in den Bereichen körperliche Gesundheit und Arbeitsklima sowie in Bezug auf die Gestaltung der Arbeitsbedingungen.
Im Anschluss schlug Katrin Arens, Expertin für betriebliches Gesundheitsmanagement, den Bogen zur Beratungspraxis und brachte ihre Erfahrungen in der Begleitung von Auszubildenden und Ausbilder*innen ein. Wie können Beratungsfachkräfte handlungsfähig und empathisch bleiben? Die Teilnehmenden bekamen Beratungsmethoden und -hilfsmittel an die Hand, die im akuten Fall helfen können. Gleichzeitig erhielten sie den Rahmen, offen zu reflektieren und eigene Unsicherheiten zu benennen.
Am Ende bleibt die Erkenntnis: So individuell wie jede*r Auszubildende sind auch die Methoden, die in der Beratung zum Einsatz kommen können. Ein Patentrezept für die Unterstützung von Jugendlichen mit psychischen Auffälligkeiten gibt es nicht. „Vertrauen Sie Ihrem gesunden Menschenverstand“, ermutigte Dr. Hirner-Mikat zum Ende der Veranstaltung. Für ihren Beratungsalltag können die Ausbildungsbegleitungen an das neu erlangte Wissen über psychische Erkrankungen bei jungen Erwachsenen im Ausbildungsalltag anknüpfen. Und gestärkt in ihrer Rolle als Berater*in in die Beratungsarbeit zurückkehren.