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#QuABBfragt: Fünf Fragen an Wolfgang Malik

„Ausbildung braucht Perspektiven, Respekt und Begleitung.“

Im Rahmen einer Sitzung des Expertenrats der IHK kamen die QuABB-Ausbildungsbegleiter Ralf Laschewski (Stadt Offenbach) und Miguel Escosa Jung (Landkreis Offenbach/BWHW) mit Wolfgang Malik, dem Präsidenten des Boxclubs Offenbach, ins Gespräch. Der Austausch fand im Boxclub Nordend Offenbach statt, dessen Präsident Malik ist und der seit vielen Jahren junge Menschen auf ihrem Weg in Bildung, Ausbildung und Beruf begleitet. Als langjähriger Sozialarbeiter, Kommunalpolitiker, Präsident des Boxclubs Nordend Offenbach sowie Mitglied verschiedener Gremien rund um Ausbildung und berufliche Bildung verfügt Malik über vielfältige Erfahrungen an der Schnittstelle von Jugendhilfe, Sport, Bildung und Arbeitswelt. Im Interview berichtet er von erfolgreichen Bildungsbiografien, den Herausforderungen für Betriebe und Jugendliche sowie von der Bedeutung von Wertschätzung, Respekt und verlässlicher Begleitung auf dem Weg zum Ausbildungsabschluss.

1. Herr Malik, welche Bedeutung hat die betriebliche Ausbildung für die Arbeit mit jungen Leuten und für die jungen Leute selbst?

Die betriebliche und insbesondere die duale Ausbildung hat eine enorme Bedeutung. Sie gibt jungen Menschen Perspektiven und das Gefühl, Teil unserer Gesellschaft zu sein. Wer Zukunftschancen sieht, ist weniger anfällig für Frustration oder Radikalisierung. Gerade für Jugendliche aus sozial schwierigen Verhältnissen ist ein niedrigschwelliger Zugang zu Ausbildung besonders wichtig.

2. Wenn Sie zurückdenken: Gibt es eine Gelingensgeschichte aus dem Boxclub Nordend Offenbach, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Davon gibt es viele. Von Anfang an haben wir großen Wert auf schulische Leistungen gelegt und junge Menschen bei Schwierigkeiten unterstützt. Durch unser Netzwerk konnten wir Praktika und Ausbildungsplätze vermitteln. Ein schönes Beispiel ist ein ehemaliger Boxclub-Sportler, der heute als Geschäftsführer eines Vereins tätig ist und Soziale Arbeit studiert hat. Solche Entwicklungen zeigen, was möglich ist, wenn junge Menschen die richtige Unterstützung erhalten.

3. Welche Herausforderungen sehen Sie heute für Ausbildungsbetriebe – und benötigen Jugendliche aus Ihrer Sicht mehr Unterstützung, um eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen?

Nach meiner Wahrnehmung haben sich die Anforderungen verändert. Themen wie Disziplin, Respekt oder der regelmäßige Besuch der Berufsschule spielen eine größere Rolle. Gleichzeitig müssen Ausbilderinnen und Ausbilder heute stärker begleiten und kommunizieren als früher. Probleme sollten frühzeitig angesprochen werden, bevor sie sich verfestigen.

Auch bei den Jugendlichen selbst sieht Malik einen wachsenden Unterstützungsbedarf.

Ja, zumindest bei vielen Jugendlichen, mit denen wir arbeiten. Sie sind grundsätzlich motiviert und wollen ihren Weg gehen. Allerdings erleben sie immer wieder persönliche Krisen oder Schwierigkeiten, etwa Mobbing, Leistungsdruck oder familiäre Probleme. Deshalb sind vertrauensvolle Ansprechpersonen wichtig, die frühzeitig unterstützen können.

4. Wenn Sie Ausbilder*innen sowie Auszubildenden einen Rat mit auf den Weg geben könnten – welcher wäre das?

Ausbildung gelingt dort am besten, wo Wertschätzung und Respekt gelebt werden. Ausbilderinnen und Ausbilder sollten junge Menschen ernst nehmen und das Gespräch suchen. Gleichzeitig braucht es auf Seiten der Auszubildenden Einsatzbereitschaft und Durchhaltevermögen. Viele Schwierigkeiten lassen sich lösen, wenn man offen miteinander spricht.

5. Welche Möglichkeiten hat QuABB, die Schnittstelle zwischen Auszubildenden, Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen zu stärken?

Der Schlüssel liegt in einem starken Netzwerk und einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten. Jugendliche brauchen oft Unterstützung über die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes hinaus. Ziel muss sein, sie bis zum erfolgreichen Abschluss der Ausbildung zu begleiten. Dafür ist es wichtig, dass Projekte, Betriebe, Schulen und weitere Akteure ihre Angebote miteinander verzahnen.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Malik!