QUABB-NEWSLETTER 1/2018

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

willkommen zur zweiten Ausgabe des QuABB-Newsletters! Wir freuen uns, dass Sie sich für QuABB interessieren und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen!

Das Team der QuABB-Koordinierungsstelle

Neue Förderphase

Zum 01.07.2017 sind die ersten QuABB-Regionen in die neue Förderphase gestartet. Für die Koordinierungsstelle endet die erste hessenweite Programmphase von QuABB am ???. Wir freuen uns sehr, dass alle lokalen Träger wie bisher weiterarbeiten können und das Angebot der Qualifizierten Ausbildungsbegleitung bis ???????? gesichert ist. Das Programm ist längst auch in allen neuen Regionen etabliert: Bis Ende Juni 2017 wurden insgesamt 3583 Auszubildende beraten und begleitet. 82 % der Ausbildungsverhältnisse wurden erfolgreich stabilisiert.

Zwei Themen rücken mit der neuen Förderphase in den Fokus: zum einen die Optimierung des Beratungsangebots und der Austausch  mit vergleichbaren Programmen, zum anderen die Begleitung Geflüchteter in der dualen Ausbildung. Im November fand ein Bilanzworkshop mit Akteurinnen und Akteuren aus den hessischen Regionen statt, auf dem die Qualitätsstandards von QuABB reflektiert und angepasst wurden (mehr dazu im Beitrag unten).

Ebenfalls im November trafen sich Experten und Expertinnen aus vergleichbaren Programmen in Deutschland, um Herausforderungen und Strategien in der Arbeit mit Geflüchteten zu diskutieren. Im Programm QuABB haben zwischen 5 % und 10 % aller Jugendlichen, die das Beratungsangebot wahrnehmen, den Status "geflüchtet". Die Ausbildungsbegleitungen sind dank ihrer fachlichen Kompetenzen, starker Netzwerkpartner wie dem Programm Wirtschaft integriert und regelmäßiger Fortbildungsveranstaltungen gut auf die besonderen Herausforderungen bei der Begleitung solcher Fälle vorbereitet. 86 % der Geflüchteten in QuABB wurden erfolgreich stabilisiert.

Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Wiesbaden hilft Azubis mit Problemen in Schule oder Betrieb weiter

In den Räumen der Kerschensteinerschule befindet sich die "Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule" (QuABB).
Dort werden Auszubildende der Dualen Ausbildung aller Wiesbadener Berufsschulen, die Stress im Betrieb, Schwierigkeiten in der Schule oder persönliche Probleme haben beraten. Einer, der dieses Angebot sehr zu schätzen weiß, ist Abdo Ali. Der junge Mann hat die Hilfe der Ausbildungsbegleitung schon zwei Mal in Anspruch genommen und befindet sich nun offensichtlich auf dem für ihn richtigen Weg.
Nachdem der heute 18-Jährige vor zwei Jahren nach Deutschland kam und im Antoniusheim untergebracht wurde, bekam er von der Schneider-Obermeisterin Carola Bartsch die Chance, in ihrem Unternehmen "7th heaven Brautmoden" in Wiesbaden eine Ausbildung zum Maßschneider zu machen. "Herr Abdo war zunächst als Praktikant bei mir, aus dem Libanon hatte er schon einige Kenntnisse in diesem Beruf mitgebracht, ich habe sein Potential erkannt und wollte ihm diese Chance geben", erklärt Carola Bartsch.
Doch vor allem der Berufsschulunterricht gestaltete sich deutlich schwieriger, als gedacht. Die Sprachbarriere war so groß, dass Abdo Ali sich kaum zurechtfand und auf Anraten seiner Lehrerin Hilfe bei QuABB suchte. "Wir konnten Herrn Ali helfen, indem wir ihn an eine ehrenamtliche Deutschlehrerin vermittelt haben", erklärt Ausbildungsberaterin Barbara Emmelheinz. "Schon bald zeigte sich eine gute Entwicklung und sein Sprachvermögen hat sich deutlich verbessert", sagt sie weiter. Und tatsächlich, der angehende Maßschneider kann inzwischen problemlos in deutscher Sprache kommunizieren.
Wie vielen anderen jungen Menschen, die nach Deutschland kommen, fiel es aber auch Abdo Ali schwer, sich mit den hiesigen Regeln und kulturellen Unterschieden vertraut zu machen. Während er sich von seiner Ausbilderin überfordert fühlte, empfand sie ihn als unzuverlässig und unmotiviert. "Ständig kam er zu spät, das ist auf Dauer nicht tragbar", erinnert sich die Schneider-Obermeisterin.
Auf der Suche nach einer Lösung wandte sich Abdo Ali erneut an QuABB mit dem Ansinnen, die Ausbildung hier abzubrechen und sich einen anderen Betrieb zu suchen.
Barbara Emmelheinz konnte ihm wiederhelfen.
"Ich habe lange mit ihm gesprochen und ihm klar gemacht, was für eine große Chance er mit diesem Ausbildungsplatz bekommen hat und dass es woanders auch nicht einfacher oder besser wird", erklärt die Ausbildungsbegleiterin.
Auch hat sie lange mit Carola Bartsch gesprochen, die sich sehr verständnisvoll und mit viel Geduld auf eine zweite Chance eingelassen hat.
Tatsächlich hat Abdo Ali verstanden, welches Privileg es ist, auf einen solchen Menschen wie seine Ausbilderin zu stoßen. Beide haben sich zusammengerauft. Er kommt nun seit zwei Monaten jeden Tag pünktlich zur Arbeit und sie ist höchst zufrieden. Beide sind sich einig, "So, wie es jetzt ist, kann es gerne weiter gehen".
"Ich kann Auszubildenden, die auch Probleme haben, nur empfehlen, sich auch an QuABB zu wenden, es ist ein gutes Gefühl, wenn man geholfen bekommt", betont Abdo Ali.
Das Projekt wird aus Mitteln des Landes Hessen und der Europäischen Union - Europäischer Sozialfonds sowie der Landeshauptstadt Wiesbaden (Amt für Wirtschaft und Liegenschaften und Amt für Grundsicherung und Flüchtlinge) gefördert. Träger von QuABB ist FRESKO e. V., Verein für Bildung und Kulturarbeit.

von Barbara Grischow, erschienen am 22.09.2017 im Wiesbadener Kurier

Für das Programm QuABB geht ein spannendes und erfolgreiches Jahr 2017 zu Ende. Von einigen Entwicklungen, Herausforderungen und Erfolgen konnten wir Ihnen in diesem Newsletter berichten.

Auch in 2018 wird es viel zu tun geben. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen gemeinsam weiter an der erfolgreichen Ausbildung Jugendlicher in Hessen zu arbeiten. 

Die Koordinierungsstelle in Offenbach wünscht Ihnen frohe und erholsame Feiertage.

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Die QuABB-Koordinierungsstelle:

Hardy Adamczyk, Projektleitung, hessenweite Koordination und Qualitätssicherung und -entwicklung (hardy.adamczyk@inbas.com, 069 27224-859)

Dr. Sabine Beck, fachliche Vernetzung und Unterstützung der regionalen Akteure (sabine.beck@inbas.com, 069 27224-853)

Renate-Anny Böning, Stv. Projektleitung, Öffentlichkeitsarbeit, Beratungsqualität (renate-anny.boening@inbas.com, 069 27224-721)

Dr. Corinna Mühlig, elektronische Fallakte, Professionalisierung und Fortbildungen (corinna.muehlig@inbas.com, 069 27224-719)

Mario Wiesmann, Öffentlichkeitsarbeit und Datenauswertung (mario.wiesmann@inbas.com, 069 27224-722)

Gudrun Bauer, Backoffice, Projektassistenz und Veranstaltungsmanagement (gudrun.bauer@inbas.com, 069 27224-849)

Nora Brand, Backoffice, Projektassistenz und Veranstaltungsmanagement (nora.brand@inbas.com, 069 27224-854)

QuABB-Webseite: www.quabb-hessen.de

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