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29.06.2018

Schülerinnen und Schüler der August-Bebel-Schule Offenbach produzieren Videoclips für QuABB

Das Team der Schülerunternehmung (Katharina Mährlen, Ceyda Karacabay, Adrian Somesan, Kevin Dully)

Zur Uraufführung der „True Storys“ über QuABB am 13.06.2018 um 17:00 Uhr in der August-Bebel-Schule Offenbach dankte der Hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir höchstpersönlich den Jugendlichen und stellte den wichtigen Beitrag von QuABB zur Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen heraus.

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir

Noch immer liegt die Vertragslösungsquote in der dualen Ausbildung in Hessen laut Bundesinstitut für berufliche Bildung (BIBB) bei 24,6 %. Das Landesprogramm QuaBB (Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Betrieb und Berufsschule) unterstützt mit intensiver Beratung und Begleitung Auszubildende, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie die Berufsschulen dabei, Abbrüche im beruflichen Werdegang zu vermeiden. Um die Bekanntheit des Angebots zu steigern und Verständnis für Probleme in der Ausbildung zu schaffen, hat die Schülerunternehmung soccc (School of Creativity) an der August-Bebel-Schule eine Serie von Videoclips für QuABB entwickelt, die auf anschauliche und unterhaltsame Weise zeigen, wie Probleme in der Ausbildung entstehen können und wie die Qualifizierte Ausbildungsbegleitung dabei unterstützen kann, sie zu lösen. „Je früher QuABB intervenieren kann, desto besser sind die Erfolgschancen“, erklärte der Minister. „Deshalb ist es ungemein hilfreich, dass wir jetzt diese Videos haben, die für das Thema sensibilisieren und dazu ermutigen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen.“

Den Produktionsauftrag für die Filme hat die Koordinierungsstelle des Programms beim Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik (INBAS) erteilt. Entstanden sind sechs verschiedene Videoclips. Die Figuren und Szenen wurden den Schülerinnen und Schülern selbst gezeichnet und animiert. Die Clips behandeln Probleme im Betrieb wie in der Berufsschule, setzen Unzufriedenheiten auf Seiten der Jugendlichen, aber auch der Betriebe in Szene.

Bei der Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen hängt viel davon ab, ob Auszubildende sich rechtzeitig Hilfe suchen. Wenn Konflikte schon zu weit eskaliert sind oder bereits ein Aufhebungsvertrag im Raum steht, ist der Verbleib im Betrieb oft keine Option mehr. Die Videoserie hat in diesem Zusammenhang einen wichtigen präventiven Effekt. Sie ermutigt Auszubildende, Lehrkräfte und Ausbildungspersonal, sich rechtzeitig Hilfe zu holen, um Konflikte, die oft komplexe, unterschwellige Ursachen haben, frühzeitig aus der Welt zu schaffen.

Für die Stories hat das soccc-Team mit Mitschülerinnen und Mitschülern über ihre Erfahrungen gesprochen, die QuABB-Beraterinnen an ihrer Schule befragt und sich mit dem Thema Ausbildungsabbruch auseinandergesetzt. Damit die Videos tatsächlich die Zielgruppen ansprechen hat das soccc-Team an der Schule ein Stimmen-Casting veranstaltet und damit weitere Schülerinnen und Schüler für die Produktion begeistert.

Tarek Al-Wazir (Hessischer Wirtschaftsminister), Raimund Kirschner (Schulleiter August-Bebel-Schule Offenbach), Hilke Smit-Schädla (Referatsleiterin Berufliche Bildung, HMWEVL), Hardy Adamczyk (Projektleiter QuABB, INBAS), Larissa Gleede (Referentin Berufliche Bildung, HMWEVL)

Zwei Dinge waren dem Schulteam besonders wichtig: „Die Videos müssen authentisch werden, damit alle sich darin wiedererkennen“, erklärt Katharina Mährlen, die im Schülerteam den Hut für die Planung auf hat. Gleichzeitig soll eine gute Portion Humor dafür sorgen, dass die Angesprochenen über sich selbst lachen können, ihre Rolle reflektieren und sich für andere Perspektiven öffnen.

Für die Schülerinnen und Schüler des soccc-Teams sind die QuABB-Videos ein echter Auftrag und gleichzeitig das Abschlussprojekt für ihre Ausbildung an der August-Bebel-Schule. Es ist nicht selbstverständlich, dass Schülerinnen und Schüler bereits in der Schule die verschiedenen Facetten ihrer zukünftigen Berufe eigenverantwortlich und im realen Leben kennenlernen. Neben der Produktion mussten sie verhandeln, präsentieren, kalkulieren und auf die Anforderungen der Auftraggeber eingehen. Jetzt findet Adrian Somesan: „Wir haben unser Bestes gegeben und ich glaube, das hat sich gelohnt. Wir waren alle sehr motiviert, weil wir wussten, dass die Videos wirklich gebraucht werden.“

Zu den Videos geht's hier.

Fotos: Lisa Pfahler (ABS, GMTA)