QuABB 2021 – Perspektiven der Ausbildungsbegleitung

Wie soll es mit QuABB in 2021 weitergehen? Dazu haben sich am 29. und 30. Oktober 2019 auf dem QuABB-Fachtag in Wetzlar Akteurinnen und Akteure des Programms in einem Open Space ausgetauscht. Eingeladen waren neben den Verantwortlichen aus dem OloV-QuABB-Steuerkreis alle Ausbildungsbegleitungen und Trägerleitungen, die in Hessen für die Umsetzung von QuABB verantwortlich sind, sowie zahlreiche Kooperationspartner und Kooperationspartnerinnen aus ganz Hessen.

Es galt, zu klären, was an QuABB wie bisher bleiben soll, was angepasst werden muss und wo es Chancen gibt, Neues zu realisieren. Was konkret zur Diskussion gestellt wurde, entschieden die 90 Teilnehmenden. In insgesamt 21 Gruppen wurden alle vorgeschlagenen Themen konstruktiv diskutiert. Am zweiten Tag entschieden wiederum die Teilnehmenden, welche sieben Themen ausführlicher bearbeitet werden sollten. Die Open-Space-Methode gab nicht nur Raum für die Anliegen der Akteurinnen und Akteure, sondern sorgte auch für eine sehr engagierte und positive Arbeitsatmosphäre.

Die zahlreichen Ideen, die auf der Konferenz entstanden sind, wurden im Dezember in einer gemeinsamen Sitzung der QuABB-Koordinierungsstelle mit dem Wirtschaftsministerium ausgewertet und für die zukünftige Ausrichtung des Programms abgestimmt.

 

Was ist Open Space?
Open Space (Englisch für „offener Raum“) ist eine Methode der Großgruppenmoderation. Es gibt ein Leitthema und einen strukturierten Rahmen. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit eigene Anliegen einzubringen: Ein Thema, das ihnen auf den Nägeln brennt, am Herzen liegt, wofür sie Verantwortung übernehmen und an dem sie mit anderen arbeiten wollen. Die Beteiligten tragen sich dort ein, wo sie mitmachen möchten. Gearbeitet wird in Kleingruppen, deren Größe, Zusammensetzung, Vorgehensweise miteinander abgestimmt wird.

 

Agendawand mit den 21 Themen des Open Space

Tagesplan 29.10.2019

10:00 Uhr

Begrüßung und Eröffnung

Dr. Sabine Beck, QuABB-Koordinierungsstelle, Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

Hilke Smit-Schädla, Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie,Verkehr und Landesentwicklung

10:30 Uhr

Vom Modell zum Programm in die Zukunft

Aus Sicht der Projektleitungen:
Nader Djafari (2009 – 2012) „Genese und Modellphase“
Hardy Adamczyk, INBAS (2012 – 2019) „Übergang zum Landesprogramm“
Renate-Anny Böning, INBAS (seit Juni 2019) „QuABB nach 2021“

11:15 Uhr

Tischgespräch: QuABB aus Sicht der Akteure
Ihr persönlicher Blick auf QuABB
Was ist QuABB für Sie? Wie soll es sich weiterentwickeln?

13:30 Uhr

Open Space "QuABB für die Zukunft" Teil 1

Einstieg in die Methode

14:45 Uhr

Arbeit an den QuABB Zukunftsthemen - von den Teilnehmenden eingebracht und ausgewählt

Gruppenarbeit in 3 Phasen siehe Agendawand mit 21 Themen

17:45 Uhr

Tagesabschluss mit Blick auf die Zwischenergebnisse

Moderation: Martin Lüdemann

Tagesplan 30.10.2019

09:00 Uhr

Begrüßung und Einstieg

Dr. Sabine Beck, QuABB-Koordinierungsstelle, Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

Renate-Anny Böning, Projektleitung QuABB, Institut für berufliche Bildung, Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik

09:15 Uhr

Postersession: Präsentation der Gruppenergebnisse vom Vortag

10:15 Uhr

Auswahl der Entwicklungsthemen zur weiteren Arbeit

10:50 Uhr

"QuABB für die Zukunft" Teil 2

Vorstellung der Themen zur Weiterarbeit

Workshops zu den Entwicklungsthemen

13:00 Uhr

Fortsetzung der Workshops zu den Entwicklungsthemen

14:00 Uhr

Präsentation der Ergebnisse "QuABB für die Zukunft" und Abschlussrunde

Moderation: Martin Lüdemann

 

Die Ergebnisse bestätigen, dass QuABB so, wie es sich über die letzten 10 Jahre in Hessen entwickelt und etabliert hat, ein wichtiges Angebot für Auszubildende und Betriebe darstellt und eine zentrale „Scharnierfunktion“ (Hilke Smit-Schädla) innerhalb der regionalen Beratungsnetzwerke erfüllt.

In den Arbeitsgruppen wurde über die Kernthemen und Betätigungsfelder von QuABB gesprochen. Es ging um die Unterstützung kleiner Betriebe, Zugänge zur Beratung (auch über Arbeitgeber), die Steigerung der Beratungsqualität und die Abstimmung mit anderen Angeboten. Ein wichtiger Akteur in diesem Kontext ist die Berufsschule, der die Prävention von Ausbildungsabbrüchen befördern kann. Förderlich für die enge Zusammenarbeit sind Kooperationsvereinbarungen zwischen Berufsschule und Träger, bei deren Anbahnung die Koordinierungsstelle unterstützen kann.

Möglichkeiten zur Verbesserung der lokalen Zusammenarbeit im Unterstützungsnetzwerk könnten mit der Einführung regelmäßiger Regionalkonferenzen für einen Institutionen übergreifenden Austausch gelingen. Im gemeinsamen Austausch wurden Vorschläge zur tiefergehenden Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagenturen erarbeitet. Außerdem galt das Interesse der Teilnehmenden vor allem den Betrieben als zentralen Akteuren in der dualen Ausbildung. Verschiedene Ideen zur Sensibilisierung für die Abbruchproblematik und zur Werbung für das Beratungsangebot von QuABB wurden erarbeitet und präsentiert.

Darüber hinaus wurde intensiv über die Rahmenbedingungen des Programms, alternative Finanzierungsmodelle und über Möglichkeiten der Kofinanzierung gesprochen. Um die Kontinuität und die Qualität von QuABB auch bei Personalwechseln zu gewährleisten, kam der Wunsch nach einheitlichen Empfehlungen für die Einarbeitung neuer Ausbildungsbegleitungen auf.

Weiterhin stellte sich die Frage, wie QuABB ausgerichtet werden muss, um auf gesellschaftliche Veränderungen vorbereitet zu sein, die auch den Ausbildungsmarkt betreffen: das Einmünden Geflüchteter in die duale Ausbildung und die Digitalisierung der Lern- und Beratungsprozesse.